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Spontan Reation

Nachdem es zwischen D., männlich, 16 Jahre, und mir in den letzten Wochen eher ruhiger geworden ist, habe ich mit dem Ausbruch von meiner Seite nicht gerechnet.

D. war von einer Freundin, die hinter der Theke mit einem seiner Freunde telefonierte, gerufen worden.

Während er am Telefon war hat er mit der freien Hand an unserer Senseo Kaffeemaschine rumgespielt.

D. ist einer von der Sorte, die ständig alles anfassen muss, Mechanismen ausprobiert (Kuli schnippen lassen, rumliegende Zeitungen anmalen, Gläser schupsen ...) Und seit zwei Jahren versuche ich - weil ich der Ansicht bin bei einem 14 Jährigen auch die entsprechende Reife erwarten zu können, ihm klar zu machen, das das nervt und er - der er seine Kraft, die er in den Fingern hat nicht richtig einschätzen kann - uns bitte nichts kaputt machen soll.

Ich hatte vorher schon 2 Minizusammenstöße (er ist gegen die Vereinbarungen auf den Account einer Freundin ins ICQ gegangen und hat kurz danach ewig gebracht, um an der Anlage den Bass auf ein für alle verträgliches Maß zu bringen) und vielleicht heute auch nicht die riesen Menge Geduld - jedenfalls habe ich ihm richtig kräftig auf die Hand geschlagen, woraufhin er aus dem JUZ gestürmt ist und seinen Freundinnen gegenüber geäußert hat, er würde das der Polizei melden ...

In der Diskussion mit den Mädels beharren sie darauf, das ich nicht schlagen darf - per seh richtig, aber muß ich immer wie eine Maschine gleichermaßen ruhig und kalkulierbar funktionnieren, vor allem, wenn er schon lange nicht merh auf wiederholtes Bitten reagiert ????

Ich habe keine Angst, das er die Polizei holt oder seine Mutter schickt, ich würde einfach gerne - wenn wir beide uns beruhigt haben -  mit ihm darüber reden, wie gegenseitiger Respekt funktioniert.

18.4.08 17:02


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Arbeiten am Videoprojekt

Letztes Jahr habe ich über unser Filmprojekt und die damit verbundenen Schwierigkeiten erzählt. Gestern nun hat sich - nach langem Ringen - ergeben, das ich endlich mal dabei war, als die gedrehten Szenen bearbeitet wurden und in eine korrekte Reihenfolge gebracht wurden. Das Ergebniss der bisherigen Arbeit wirft vor allem ein Problem auf: es ist noch viel zu tun.

Tja, Schneiden ist eine Kunst, die sich mir vollkommen entzieht, aber das bisherige Material ist ziemlich überzeugend.

Vollkommen verblüfft war ich, wie unterschiedlich alle Beteiligten rüberkommen. Da befinden sich richtige Schätze der Darstellerkust in unseren Reihen. Eine ungelaubliche Präsenz unser Hauptdarstellerin und echte Überraschungen bei Kleinigkeiten.

In einer Szene war unsere alte Praktikantin zu sehen und ich glaube, ich habe zum ersten Mal ihr wahres Gesicht gesehen - nicht die Mimik, sondern vielmehr das, was sie improvisiert als Text eingebracht hat, waren dabei für mich erschreckend ehrlich.

Ich selber habe eine Quakstimme - schrecklich, aber na ja, geahnt hatte ich es ja schon.

Interessanter Weise fügt sich das Thema unseres Filmchens (Was Erwachsene Jugendlichen zutrauen und was nicht) sowie die implizite Kritik an einigen Örtlichkeiten total in die aktuelle Diskussion über die "Sicherheitslage" vor Ort ein . So könnte unser Video, wenn wir es schaffen sollten, ihn innerhalb der nächsten 3 Monate fertig zu bekommen aktueller denn je sein.

Und - man wäre das geil!!!!! 

28.3.08 11:42


Gefühlschaos

In den letzten drei Wochen habe ich mal wieder gelernt, dass man nichts für selbstverständlich nehmen darf, am besten immer mit dem "schlimmsten Fall" rechnen sollte und sich dann aber auch freuen darf, wenn Silberstreifen am Horizont zu sehen sind.

Vor zwei Monaten war ich bei meinem letzten Preonalgespräch mit einem Chef, an dem ich ihn davon in Kenntnis setzte, dass ich schwanger bin - so richtig konnte er sich nicht freuen, immerhin habe ich ihm das JUZ jetzt 10 Jahre geschmissen, ohne das es Probleme gab - von kleineren Scharmützeln zwischen uns mal abgesehen. Und wärend ich noch darauf wartete, dass die zwischen uns vereinbarteten Schritte für die Besetzung meiner Stelle  in Schwung kamen und mit meinem Mann seine Magisterarbeit durchstand, verstarb mein Chef.

Während also immer noch die Unsicherheit besteht, ob die Arbeit meines Mannnes angenommen ist mußte ich mich mit der Frage beschäftigen, wie im kommunalpolitischen Chaos um Neuwahl, Sparzwang und Profilierungssucht einzelner Politamateure die Arbeit der vergangenen  Jahre sicherzustellen ist - falls das überhaupt geht.

Und wie sinnvoll ist es denn, eine/n Vertreter/in zu suchen, wenn gleichzeitig durch verschwindend geringe Besucherzahlen im JUZ, zumindest im Offenen Treff der "Großen" sich die Frage stellt, ob wir das, was wir machen, noch mit den richtigen Mitteln machen.

Liegt es am geänderten Freizeitverhalten der Jugendllichen,  an der "Unattraktivität" der offenen Arbeit, die bewußt keine "Animationsangebote" offeriert oder liegt es an mir. Immerhin habe ich mich in den vergangenen Monaten schon das eine oder andere Mal nicht nur im Sinne des Jugendschutzes positioniert.

Keine Ahnung, wie lange ich in den Erziehungsurlaub gehen kann, denn was wird mit uns, wenn mein Kerl keine Stelle findet?

Und auch: Trauer um meinen Chef, ich weiß sehr wohl, wo und wie er den Kindern und Jugendlichen der beste Lobbyist war und mir den Rücken gestärkt hat.

Vermutlich ist es besser, das ich ausgerechnet jetzt schwanger bin - denn die Hormone bewirken, das ich ausgesprochen relaxt bin und gar keinen Gedanken an echte Hysterie verschwenden kann. Denn dazu bin ich viel zu müde - oder ich habe Hunger - oder ich befinde mich im Fresskoma ....

Auf alle Fälle aber befinde ich mich im Gefühlschaos. 

12.3.08 12:26


Wer lesen kann ist klar im Vorteil

Hatte gestern wieder so eine Begegnun der dritten Art die mich hoffen läßt, das da draußen - außerhalb meiner Einrichtung - auch Jugendliche und junge Erwachsene leben und agieren, die mehr im Hirn haben ...

N., 23 Jahre alt und seit Jahren Hilfsarbeiter einer Firma, zu der ihn sein Vater immer fahren muß, weil es dorthin keinen ÖPNV gibt und er keinen Führerschein hat, kam mit einem Formular seiner Krankenkasse, dass er ausfüllen muß, weil er für insgesamt 7 Wochen krankgeschrieben ist (WEGEN BLASENENTZÜNGUNG!!!).

Er wir sich auch weiterhin krankschreiben lassen und hofft, das ihn sein bisheriger Betrieb dann kündigt, weil er ab April in einer ortsansässigen Firma anfangen kann, wo er mehr Geld verdient, und er mit dem Rad hinkommt.

Weil er ja mit 1.100€ nicht auskommt (anmerkung: er hat kaum Kosten ... )

Aber den Führerschein zu machen ist er nach eingener Aussage zu faul ...

habe dann aber wieder gemerkt, wo das eigentliche Problem liegt: N., der seit seinem 6 ten Lebensjahr in Deutschland lebt, ist quasi Analphabet - er kann lautmalerisch lesen, wenn auch sehr langsam, aber nicht sinnerfassend. Natürlich kann er keinen Fragebogen der Fahrschule richtig lösen ...und natürlich kann er keinen Fragebogen der Krankenkasse ausfürllen - aber kann mir mal jemand flüstern, wie der jemals mit den 42 Seiten Hartz 4 Fragebogen klarkommen soll??? Da scheitere ich ja schon fröhlich, und ich habs Abi vor 20 Jahren gemacht!!!!

Ey, echt zu heulen!!!! 

13.2.08 13:08


Fundsache

Die Jugend
liebt heutzutage den Luxus.
Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität,
hat keinen Respekt vor den älteren Leuten
und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.
Die jungen Leute
stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten.
Sie widersprechen ihren Eltern,
schwadronieren in der Gesellschaft,
verschlingen Süßspeisen,
legen die Beine übereinander und
tyrannisieren ihre Lehrer.


Sokrates im Jahre 430 vor Christus

7.2.08 11:32


Mentaler Kolleteralschaden

Ich bin definitiv schon zu lange in diesem Job, in dieser Stelle. Oder habe ich gerade einen Winterblues? Vielleicht einfach zu wenig Sonne / Frischluft / Vitamine abbekommen? Keinen Grund für positives Denken gefunden? Mal sehen:

Gestern kam - in der chilligen Nachmittagsstunde des Faschingsdienstag, in der normalerweise außer einigen wenigen Faschingsmuffeln  und Alkoholleichen keiner aus dem Haus geht, um zu uns zu kommen - einige Mädels aus der 8ten Hauptschulklasse zu Besuch. Vor allem C., das momentande Sorgenkind, die seit November 2007 eine konfuse Metamorphose durchmacht, die meiner Ansicht nach nichts mehr mit Pupertät zu tun hat ...

Bis in den Herbst letzten Jahres hatten wir sie vor allem deshalb im Fokus, weil sie mit K. ging. Der ist keine 14 Jahre alt und auf dem besten Weg ein ganz hartes Kaliber zu werden. Schwänzt, mit Unterstützung der Familie, raucht, säuft (was auch immer das in dem Alter heißt) bricht aus Langeweile  schon mal in Wohnhäuser ein ...

... ein echtes Schätzchen also. Und C., Mädel aus vergleichsweise normalen Elternhaus, schmal, süß, lustig und offen, war immer unsere Hoffnung und Chance an K. ranzukommen.
Dann bekamen wir mit, dass er ihr verbietet, die Pille zu nehmen, weil das für ihn das Gefühl verändert (?) und Kondome sowieso außerhalb seiner Lebenswelt liegen, kleinere Kabbeleien, die bei Päarchen dieses Alters immer mal wieder vorkommen (wie junge Hunde halt) in erstzunehmende Schläge ausarteten und und und ...

Und das der gnädige Herr raucht kam bei ihr nicht gerade gut an - unzählige Male hat sie deshalb mit ihm Schluß gemacht, unzählige Male ist sie eingeknickt - what ever, der Kerl muß irgendwas haben, und wenn er eine Kanone im Bett ist oder was auch immer (ich weiß - iiiii - man mag sich das garnicht vorstellen).

Seit Anfang des Schuljahres schlagen nun ihre Lehrerin und ihre alte Nachhilfelehrerin Alarm. Das Kind schafft es, bei den äußerst toleranten  Hauptschullehrern in Verhalten auf eine 4 zu rutschen (mal ganz im Ernst, das hat noch nicht mal unser schlimmster Knochen meines Wissens geschafft), gibt in Klassenarbeiten leere Blätter ab, blockiert hysterich den Unterricht 3 Stunden lang für die komplette Klasse, weil es sie "juckt", und trägt eine "Alles Scheiß egal" Haltung zu Tage, dass ich Kotzen möchte.

Und man bekommt sie überhaupt nicht zu fassen, weder im Gespräch über Sinn und Unsinn von Schule, Zukunftsvisionen
(die ihre? Sie will Hartz 4 Empfängerin werden ...)

Gesundheit (sie raucht und redet von Besäufnissen - jaja, ich weiß, ich muß da einen Wahrheitsgehalt von Minimum 50 % abziehen, aber der Rest reicht, damit mir schlecht wird ...)

Familie / Freunde / whatever.

Und mir gehen, auch nach den diversen Gesprächen mit Lehrerin, Freundinnen, Rektor die Ideen aus - die Mutter ist informiert, aber nach den bishirgen Erfahrungen knickt die wieder ein, sobald C. sich auch nur 2 Tage zuhause wieder normal verhält ...

ich bin zu lange in diesem Job ... 

PS: Die Schule hat mittlerweile den Verdacht, das Drogen im Spiel sind, die Nachhilfelehrerin hat zwischendrin eine Schwangerschaft vermutet, von der befürchteten Magersucht, dem modischen Ritzen mal ganz zu schweigen ... 

 

 

 

 

6.2.08 12:22


Zitierte Sonntagsrede

Aus meiner Sonntagszeitung, Frontseite, ein paar Sätze, die mich sehr zum Schmunzeln brachten - ich hatte Wochenende, ansonsten hätre ich wahrscheinlich aus Frust über die Wahrheiten in diesen Sätzen geheult:

"Liebe Jugendliche,

reißt Euch endlich zusammen. Eine Woche hätten wir gerne unsere Ruhe. Doch Ihr drängelt rücksichtslos in die Schlagzeilen. Ihr spielt den ganzen Tag Killerspiele, werdet aggressiv und verhaut Rentner. Ich sauft Alkohol in Massen, werdet aggressiv und verhaut Rentner - oder fallt ins Koma. Ihr seid zu fett, werdet deshalb wahrscheinlich aggressiv und würdet noch mehr Rentner verhauen, wenn sie nicht zu schnell für Euch wären. Außerdem liegt Ihr nur faul herum, könnt laut Pisa schlechter rechnen als finnische Säuglinge, dafür mit lauter Handymusik nerven und Rentner verhauen. Wenn Ihr so weitermacht, kommt Ihr ins Camp. Und dann haben wir später keine Rente und Ihr niemanden zum Verhauen."

mco - zitiert nach Sonntag aktuell, 03.02.2008 

4.2.08 12:11


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